„... uns stört das nicht“

„... war schon immer so“ 

„... dann zieh doch weg“

                  Klick auf  +  für unser KOMMENTAR

Created with Sketch.

Wir alle kennen Menschen, die zu dem einen oder anderen Thema aus Über-zeugung oder unterschwelliger Bequemlichkeit sich zu Bemerkungen dieser Art hinreissen lassen. Diese Position ist ein selbst ausgestellter Freischein („von mir muss du nichts erwarten“) für eine passive Haltung gegenüber Themen, die den steten Wandel in einer Gesellschaft befeuern.  

Die sozialpolitische oder wirtschaftliche Weiterentwicklung der Gesellschaft wird zum Glück nicht von Menschen dieser Prägung gestaltet noch geschrieben. Krankmachende Luftverschmutzung und Lärmbelästigung sind keine Erkenntnisse der jüngsten Vergangenheit. Beobachtungs- und Befindlichkeits-studien aber vor allem die wissenschaftliche Beweislage spricht heute stärker denn je eine eindeutige Sprache. Der Mensch und sein Lebensraum sind gefährdet.

Ähnliche Beispiele, bei denen sich Gewohnheiten neuer Erkenntnislagen gegenüber sahen, waren vor nicht allzu langer Zeit zu spüren. Heute freuen sich Menschen, gross und klein, dass sie in öffentlichen Räumen, Büros und Verkehrsmitteln insbesondere auch Restaurants nicht mehr dem passiven Rauchen und den damit einhergehenden Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind. Allen voran dem Krebs.

Diese Bewegung, die Mitte der ‘80er ihre stärksten Impulse aus Kalifornien erfuhr, breitete sich sukzessive über ganz USA aus und Irland war eines der ersten Länder in Europa, die 2004 diesem Weg folgten. Damals gab es auch hier Vertreter von „... stört mich nicht“, „... war schon immer so“ und „... dann zieh doch weg“. Es bedurfte noch weitere sechs Jahre, bis die Mehrheit der Menschen in der Schweiz das Problem und die damit verbundenen Gefahren verstanden haben und willens waren den Wandel einzuleiten. Unzweifelhaft ein gesellschaftlicher Fortschritt.

Was den Flughafen von Basel-Stadt anbelangt muss hier, bei aller „gebotenen“ Profitsucht die Verträglichkeit für Klima und Gesundheit gewährleistet sein. Darüber hinaus muss der Verursacher (!) von Lärm- und Feinstaubimmissionen diese über seinem eigenen Territorium abwickeln, nur so wird ihm das Ausmass seines Handels wirklich bewusst. Das Abwälzen von Lärm und Dreck mag bequem sein aber solange wir in Basel-Stadt/ Basel-Land nicht in einer Zwei-Klassengesellschaft leben, ist die heutige Flugverkehrsabwicklung nicht mehr akzeptabel.

„Auflehnung ist das heiligste aller Rechte und die notwendigste aller Pflichten“ 

                  Klick auf  +  für unser KOMMENTAR

Created with Sketch.

ein heute wie damals wegweisendes Zitat von dem Marquis de LaFayette, der sein Leben im Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Gründerstaaten riskierte und anschliessend in seiner Heimat Frankreich, die Französische Revolution begleitete, auf deren Verfassung er am 14. Juli 1790 als erster sein Eid leistete.

 

Am 23.2.2019 beendete Franziska Laur, Redaktorin der Baseler Zeitung trefflich ihren Artikel über die Freitags-Klimademonstrationen in Basel: >> ... Wir brauchen jedoch auch in der Politik wieder mehr Eichen. Männer und Frauen, die hinstehen und unaufgeregt, mutig und ehrlich ihren Standpunkt vertreten. Wir brauchen Politiker, die auch mal ein Standpunkt abseits der Mehrheit und gegen die Parteirichtlinien vertreten, einfach weil sie ihn für richtig halten.<<

 

Was Franziska Laur hier zu recht bemängelt ist die Haltung unserer Bürgervertreter, unserer Politiker. Die sich spätestens dieser Tage wieder versuchen ins rechte Rampenlicht zu rücken, um Wählerstimmen und teils auch Einkünfte zu sichern.

 

Über die vergangenen Jahre und so auch heute, sehen wir in der Fluglärm-Diskussion in Allschwil und Liestal die Teilnahme von zahn- und willenslosen Volksvertretern/ Politikern, die sich winden und lavieren, um möglichen Partei- oder Karriereplänen kontradiktorischen Verhalten aus dem Wege zu gehen.

 

Es bleibt am Ende der Wunsch nach Lafayettes’, den Eichen, die Franziska Laur einfordert. Mit den schwächelden Volksvertretern ebnen wir, mit rotem Teppich, die Bühne für Greta Thunberg und hoffentlich Scharen von kleinen Eichen.